Empathische Kommunikation in der Praxis
"Durch unsere Sprache kommt unsere innere Haltung zum Ausdruck.
Neues Verhalten braucht eine neue Sprache."
Marshall B. Rosenberg
Die Bedeutung der nonverbalen Kommunikation
Empathische Kommunikation unterscheidet sich grundsätzlich von anderen Kommunikations-Modellen. Sie selbst stehen bei jedem Kommunikationsvorgang mit Ihrer Wahrnehmung und Ihren Gefühlen genauso im Mittelpunkt, wie Ihr Gegenüber mit den seinen. Der positive Umgang damit erzeugt
- Lösungen statt Konflikte,
- Ergebnisse statt Illusionen,
- Freiheit statt Druck,
- Angebot statt Anbiederung,
- Begeisterung statt Missstimmung,
- Verständnis statt Ablehnung,
- Zufriedenheit statt Wut.
Empathisch Kommunizieren
Um empathisch kommunizieren zu können, ist es erforderlich "leer" zu werden. D.h aus der Bewertung in die Beobachtung zu wechseln. Es geht darum, sein Gegenüber auf allen Ebenen wahrzunehmen. Die Fähigkeit empathisch zu kommunizieren hängt also davon ab, wie differenziert wir unser Gegenüber wahrnehmen, denn nur dann sind wir in der Lage, die Absichten und Bedürfnisse unseres Mitmenschen sicher zu erkennen und darauf angemessen zu reagieren.
Neben den Worten, die wir verwenden, also der verbalen Kommunikation, spielen Gestik, Mimik und vor allem die Betonung eine herausragende Rolle bei der Übermittlung einer Botschaft. Die Bedeutung dieser sog. nonverbalen Kommunikation wurde lange unterschätzt. Heute weiß man, dass eine lebendige nonverbale Ausdrucksfähigkeit für das Verständnis dessen was wir mitteilen möchten weitaus wichtiger ist, als die konkreten Worte, die wir verwenden.
Widmen wir uns zunächst der verbalen Kommunikation: Betrachten wir einmal die konkreten Worte die wir zum Ausdruck bringen gekoppelt mit einer Sprachmuster-Aufzeichnung und der Muskelanspannungsmessung unseres Gegenübers. Unsere Sprache weist beim Sprechen Höhen und Spitzen auf. Unser Gegenüber entspannt sich während des Gespräches vor allem an den Stellen, wo wir authentisch kommunizieren, wo wir uns also im Mittelfeld der Sprachmusteraufzeichnung (harmonische Welle) befinden. Für einen angenehmen Sprachverlauf ist es also sinnvoll, auf einer Ebene zu kommunizieren, die bei allen Beteiligten für ein angenehmes Gefühl sorgt.
Das Verstehen nonverbaler Kommunikation ist uns mehr oder weniger in die Wiege gelegt. Aber sie funktioniert längst nicht immer eindeutig. Oft ist es nicht ohne weiteres möglich, die Gefühlsregungen und die dahinter verborgenen Gedankengänge des anderen intuitiv richtig zu erfassen.
Zu Missverständnissen auf der nonverbalen Ebene kommt es besonders dann, wenn die Gefühlszustände der Gesprächspartner stark voneinander abweichen, denn unsere eigenen Emotionen beeinflussen die Wahrnehmung der Stimmungslagen anderer nachhaltig. Jemand der beispielsweise sehr wütend ist, missinterpretiert die nonverbalen Signale eines ausgeglichenen freundlichen Gesprächspartners mitunter als Arroganz, welche die empfundene Aggression zu rechtfertigen scheint. Starke unkontrollierte eigene Gefühle schränken die empathische Wahrnehmung ein.
Die Antwort auf dieses Problem ist jedoch keinesfalls, sich in Gesprächen generell emotional zurückzuziehen: Manche Menschen haben einen schlechten Zugang zu den eigenen Empfindungen oder unterdrücken diese, weil sie glauben, Gefühle würden ihr objektives Urteilsvermögen negativ beeinflussen. Wer es sich allerdings zur Gewohnheit macht, immer emotional distanziert zu agieren, verliert auch die Fähigkeit, aus den nonverbalen Signalen seines Gesprächspartners ein inneres „emotionales Spiegelbild" aufzubauen und genau diese Fähigkeit des inneren Spiegelns ist es, was empathische Wahrnehmung ausmacht.
Menschen die nur wenig Gefühle zulassen, können meist auch nur wenige Gefühlsregungen nach außen zeigen. Dies führt dazu, dass sie oft nicht authentisch wirken. Man glaubt ihnen nicht immer, dass das, was sie sagen auch das ist, was sie tatsächlich meinen:
Empathisch kommunizieren bedeutet also zum einen, die Gefühlsregungen und die dahinter stehenden Bedürfnisse des anderen sensibel wahrzunehmen und zu spiegeln. Zum anderen heißt es aber auch, die eigenen Emotionen und Meinungen vermitteln zu können. Dies geschieht durch eine klar lesbare, lebendige, nonverbale Ausdrucksweise.
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Stichworte: Empathie, empathische Kommunikation, gewaltfreie Kommunikation, Marsahll B. Rosenberg, Nonverbale kommunikation
31.05.2008 | Rubrik: Wissenswertes



